Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

Literary Echoes of the Fourth Lateran Council in England and France, 1215–1405, ed. by Maureen B.M. Boulton, Turnhout: Brepols 2019 (= Papers in Mediaeval Studies 31). X + 322 pp.

 

Im 14. Jhd läßt sich eine Blüte religiöser Literatur feststellen, die sich in der Volkssprache an Laien und in Latein an Kleriker für deren Predigtdienst richtete. In der Literaturgeschichte schreibt man für gewöhnlich dieses Aufkommen volkstümlicher Texte der Wirkung des Vierten Laterankonzils zu. Obwohl das Konzil Teil einer längeren Tradition der Kirchenreform war, kristallisierte es dennoch theologisches und kirchliches Denken in einer Form heraus, die mehr als ein Jahrhundert lang ein Ansporn für das literarische Wirken von Schriftstellern und Predigern war. Ziel des vorliegenden Bandes ist nicht der Versuch einer umfassenden Darstellung des Konzils oder seiner Rezeption im religiösen Schrifttum der damaligen Zeit, sondern der Versuch zu verdeutlichen, wie die von früheren Konzilen weitgehend vernachlässigten Laien nun von den lehrmäßigen Definitionen und disziplinaren Dekreten des IV. Lateranense erreicht wurden. Die hier versammelten Aufsätze konzentrieren sich auf England, wo die Bischöfe die Reformen des Konzils mit besonderem Eifer umsetzten, und Frankreich, wo die früheste diesbezügliche Literatur erschien.


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Lexikon der Konzilien

Romanum/Rom (1412–13)

Ansgar Frenken

 


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Hedy Wellano (1928-2019)

Am 7. Dezember 2019 ist Frau Hedy Wellano in Dillingen verstorben. Seit 1969 war sie Sekretärin am Lehrstuhl von Prof. Dr. Walter Brandmüller (heute Kardinal in Rom), zunächst an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Dillingen, dann ab 1970 an der Theologischen Fakultät der Universität Augsburg bis ihrem Ausscheiden aus dem Dienst im Jahre 1986. Seit dem frühen Tod ihres Mannes, des Dillinger Künstlers und Kunsterziehers Karl Wellano (1979), engagierte sie sich auch über den Universitätsdienst hinaus mit großem Einsatz für die Förderung und den Ausbau der Gesellschaft für Konziliengeschichtsforschung, der sie seit ihrer Gründung 1973 angehörte (hier ein Zeitungsartikel über die Gründungsversammlung). 


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Lexikon der Konzilien

Ilerdense / Lérida (1418)

Johannes Grohe


Aktuell

Brian Tierney (1922-2019)

Am 30. November 2019 ist Brian Tierney, emeritierter Professor für mittelalterliche Geschichte an der Cornell University, im Alter von 97 Jahren verstorben. Am 7. Mai 1922 in Scunthorpe, Lincolnshire, als Sohn einer Familie irischer Abstammung geboren, trat er in die Royal Air Force ein und erhielt für seine Verdienste während des Zweiten Weltkrieges von König Georg VI. den "Distinguished Flying Cross and Bar" Orden. Nach dem Krieg besuchte er das Pembroke College der Cambridge University, wo er bei Walter Ullmann studierte und 1951 seine Doktorarbeit in mittelalterlicher Geschichte abschloss. Er lehrte an der Catholic University of America, Washington D.C. und dann 33 Jahre lang an der Cornell University, Ithaca N.Y. Er wurde 1969 zum Goldwin-Smith-Professor für mittelalterliche Geschichte und 1977 zum ersten Bowmar-Professor für humanistische Studien ernannt.


Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

Aymat Catafau, Nikolas Jaspert, Thomas Wetzstein (dir.), Perpignan 1415. Un sommet européen à l'époque du Grand Schisme d'Occident, Münster: LIT Verlag 2019 (= Geschichte und Kultur der Iberischen Welt Bd. 15). 688 S.

1415 trafen sich der deutsche Herrscher Sigmund und König Ferdinand I. von Aragon in Perpignan, um Papst Benedikt XIII. zur Abdankung zu veranlassen. Trotz der Unterstützung seitens des berühmten Bußpredigers Vinzenz Ferrer OP brach Benedikt diese Verhandlungen ab. Daraufhin bereitete das Abkommen von Narbonne den Weg für die Anhänger seiner Obödienz, dem Konzil von Konstanz beizutreten.


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Konzil von Pavia-Siena (1423-1424) - Ansgar Frenken