Samstag 16. Dezember 2017

Annuarium Historiae Conciliorum

  II. Konzil von Konstantinopel (553) – Salone Sistino der Biblioteca Apsotolica Vaticana, Cesare Nebbia und Mitarbeiter (1589-1590)

Das Annuarium Historiae Conciliorum wurde 1968 von einer Gruppe von Wissenschaftlern unter der Leitung von Walter Brandmüller (*1929) begründet.

Der erste Jahrgang der neuen Zeitschrift, für den neben Brandmüller Remigius Bäumer (1918-1998) als Herausgeber verantwortlich zeichnete, erschien 1969. Die in der wissenschaftlichen Welt gut eingeführte Zeitschrift wird jährlich in 2 Heften mit insgesamt ca. 500 Seiten gedruckt. Herausgeber ist seit 2008 Johannes Grohe. Neben den Artikeln und Beiträgen, die allesamt “peer reviewed” werden, veröffentlicht das AHC Rezensionen und eine Bibliographie, die von Ansgar Frenken/Ulm zusammengestellt wird. Das Annuarium Historiae Conciliorum erscheint im Ferdinand Schöningh Verlag/Paderborn (Verlag Ferdinand Schöningh, ein Imprint der Brill-Gruppe - Koninklijke Brill NV, Leiden, Niederlande; Brill USA Inc., Boston MA, USA; Brill Asia Pte Ltd, Singapore; Brill Deutschland GmbH, Paderborn, Deutschland).

Der von Anfang an verwendete Untertitel Internationale Zeitschrift für Konziliengeschichtsforschung verweist auf die Absicht, ein Forum zu schaffen, das für Beiträge von Forschern aus aller Welt offenstehen sollte. Dies ist dann auch eingetreten, wie die Bilanz von mittlerweile über 45 Jahren zeigt. In diesem Zeitraum wurden im AHC über 600 Artikel veröffentlicht, von denen – abgesehen von den Beiträgen in deutscher Sprache, die den größten Anteil ausmachen – 108 in Englisch, 61 in Italienisch, 34 in Französisch und 44 in spanischer Sprache abgefasst sind. Dazu kommen noch einige Artikel, die aus slawischen Sprachen und aus dem Griechischen übersetzt wurden.

Die Universalität des Autorenkreises spiegelt die Universalität des Forschungsgegenstandes wieder – vor allem, wenn man bedenkt, dass Provinzialkonzilien im Laufe der Geschichte ja tatsächlich in allen fünf Kontinenten gehalten wurden. Die Forschergruppe hatte zudem von Anfang an eine ökumenische Ausrichtung, wie aus der Verbindung mit Autoren aus dem Bereich der Orthodoxie und des Protestantismus und deren Beiträgen in der Zeitschrift ersichtlich wird.

Die neue Zeitschrift konnte seinerzeit von Anfang an mit der ideellen Unterstützung und persönlichen Mitarbeit von Hubert Jedin rechnen, damals Nestor der katholischen Konziliengeschichtsforschung, als Ordinarius für Kirchengeschichte in Bonn bereits emeritiert, aber noch mitten in der Vollendung seines Lebenswerkes, der Geschichte des Konzils von Trient und der Herausgabe des großen Handbuchs der Kirchengeschichte.

Jedin gehörte dem wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift bis zu seinem Tode 1980 an. Desgleichen konnte Stephan Kuttner für den Beirat gewonnen werden, dem er bis zu seinem Tode 1997 angehörte, womit die herausragende Bedeutung der Konziliengeschichtsforschung für die Geschichte des Kirchenrechts unterstrichen wurde, was sich im übrigen in zahlreichen Beiträgen mit dieser Thematik im AHC wiederspiegelt.

Die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates sind derzeit im AHC: Peter Bruns/Bamberg, Philippe Chenaux/Rom, Evangelos Chrysos/Athen, Thomas Graumann/Cambridge, Johannes Helmrath/Berlin, Nelson H. Minnich/Washington D.C., Heinz Ohme/Berlin, Thomas Prügl/Wien, Klaus Schatz/Frankfurt-St.Georgen, Brian Tierney/Ithaca-N.Y., Boris Ulianich/Neapel und Petar Vrankić/Augsburg. Das AHC ist wohl eine kirchengeschichtliche Zeitschrift, doch sind die Beiträge natürlich stets von allgemein historischem Interesse. Nachdem sich Walter Brandmüller, nach seiner Emeritierung als Professor für Kirchengeschichte in Augsburg als Präsident des Pontificio Comitato di Scienze Storiche tätig, 2008 altersbedingt aus der Leitung des Forschungsprojektes Konziliengeschichte zurückgezogen hat, fungiert Johannes Grohe, Professor für mittelalterliche Kirchengeschichte an der Pontificia Università della Santa Croce/Rom, als Herausgeber der Zeitschrift. Walter Brandmüller wurde 2010 von Papst Benedikt XVI. in den Kardinalsstand erhoben.

Die Beiträge im AHC erfüllen neben einem unmittelbaren Eigeninteresse zugleich die Aufgabe, das große, von Walter Brandmüller begründete Forschungsprojekt Konziliengeschichte zu begleiten, das in den beiden Reihen Darstellungen (d.h. Abhandlungen zu einzelnen Ökumenischen oder Provinzialsynoden) und Untersuchungen (d.h. Forschungsbeiträge in Form von Monographien zu mit der Konziliengeschichte verbundenen Themen) auf ca. 45 Bände projektiert ist, von denen mittlerweile 27 Bände erschienen sind. Herausgeber der Konziliengeschichte sind seit 2008 Peter Bruns, Professor für Kirchengeschichte und Patrologie an der Universität Bamberg und  Thomas Prügl, Leiter des Instituts für Kirchengeschichte an der Universität Wien.

http://www.konziliengeschichte.org/