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Ilerdense / Lérida (Lleida)

 

Legatenkonzil; 1419 (8. Oktober - 23. November)

 

Nach der Wahl Martins V. auf dem Konzil von Konstanz am 11. November 1417 bemühte man sich durch die Entsendung des Kardinals Alamanno Adimari in die Territorien der Krone Aragon, die dortigen Prälaten zu einer eindeutigen Obedienzerklärung zu bewegen. Nach langwierigen Verhandlungen mit König Alfonso V el Magnánimo wurde für den 8. Oktober 1418 ein Konzil für die beiden Kirchenprovinzen Tarragona und Zaragoza nach Lérida einberufen. Alle Bemühungen im Vorfeld, Benedikt XIII., der sich dank königlicher Duldung nach wie vor in seinem Refugium Peñíscola halten konnte, zum Rücktritt zu bewegen, waren gescheitert.

     Aus der Kirchenprovinz Tarragona nahmen teil: Die Bischöfe von Barcelona (Andreu Bertrán), Urgel (Francesc de Tovia), Tortosa (Ot de Montcada i de Luna) und Vich (Alfons de Tous), während der erkrankte Erzbischof von Tarragona (Pere de Sagarriga i de Pau) von seinem Generalvikar vertreten wurde und auch die Bischöfe von Valencia, Gerona, Palma de Mallorca und Elne Prokuratoren entsandt hatten. Einige Kathedral- und Stiftskapitel waren durch Vertreter anwesend, ebenso eine größere Anzahl von Äbten. Die kleinere Kirchenprovinz Zaragoza war weniger repräsentiert; der Erzbischof von Zaragoza, Francesc Climent Sapera trat als ranghöchster Prälat der Versammlung und Sprecher der Konzilsteilnehmer gegenüber dem Legaten auf, der das Konzil leitete. Aus seiner Provinz waren die Bischöfe von Huesca (Avignon Nicolaï) und Tarazona (Juan de Valtierra) anwesend, während sich die Bischöfe von Segorbe ebenso wie der Bischof der Konzilsstadt Lérida vertreten ließen. Auch aus dieser Kirchenprovinz waren Vertreter der Kapitel und der großen Abteien anwesend. Zu erwähnen sind weiterhin der Merzedariergeneral (Bernardo de Plano) und der Generalmagister des Montesierordens (Romeo de Corbera). In der Begleitung des Legaten nahmen Bernardo Bartholomei OSM (Bischof von Città di Castello), Juan Eximenis OFM, (erwählter Bischof von Malta, der während des Konzils zum Bischof geweiht wurde) und Constantin de la Treilhe (Bischof von Apt) am Konzil teil.

     Auf der Synode ging es lediglich darum, über ein vom Legaten gefordertes Subsidium in Höhe von 90.000 fl. zugunsten des Königs zu verhandeln, das Alfonso V in Anerkennung seiner Verdienste um die Einheit der Kirche gezahlt werden sollte sowie als Unterstützung, um Peñíscola militärisch einnehmen und Benedikt XIII. festnehmen zu können. Beides wiesen die Prälaten um Climent Sapera entschieden zurück. Wenngleich man bereit war, Papst Martin V. anzuerkennen, wollte man jedoch nichts gegen den in seiner Heimat nach wie vor geschätzten Benedikt XIII. unternehmen. Daran änderte auch der Versuch des in Lérida nicht anwesenden Königs nichts, die Versammlung durch Gesandte und Briefe aus dem nahegelegenen Fraga zu beeinflussen.

     Angesichts des anhaltenden Widerstands der Konzilsteilnehmer entschloss sich Adimari, dem Klerus der Krone kraft seiner Legatenvollmachten das Subsidium aufzuerlegen. Die Prälaten wiesen dies entschieden zurück und appellierten an den Apostolischen Stuhl gegen die Maßnahme; dennoch scheint es im Verlauf der folgenden Jahre zur Zahlung von 60.000 fl. an die Krone gekommen zu sein. Das Legatenkonzil hat keine Dekrete verabschiedet.

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QQ: Archivo de la Catedral de Gerona, Arm. 10, e, 13 (“Llibre d’en Calzada”), fol. 359v-451r: Dalmatius Raset, Dietario del Concilio Provincial de Lérida 1418; eine spanische Zusammenfassung in: R. Tejada y Ramiro III (1861) 712-736.

Lit.: K. A. Fink, Die Sendung des Kardinals von Pisa nach Aragón im Jahre 1418, in: RQ 41 (1933) 45-59; P. J. Torrent Ribert, Lérida, Concilio di (1418), in: DizCon 2 (1964) 256-57 und Ders., Concilio de Lérida, in: DHEE 1 (1972) 550; J. Marquès i Casanovas, El Sínode de Lleida del 1418, in: Institut d’Estudis Catalans (Ed.), Jornades sobre el cisma d’occident a Catalunya, les Illes i el país Valencià, Barcelona-Peníscola, 19-21 d’abril de 1979, vol. 2, Barcelona 1988, 465-477); J. Grohe, Die Synoden im Bereich der Krone Aragón von 1418 bis 1429, Paderborn 1991 (= KonG.D), 7-87.

Grohe, Johannes