Mittwoch 16. Januar 2019
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Antiochenum - Antiochien

I. Antiochien: Aufgrund eines Synodalschreibens ostsyrischer Bischöfe (vgl. II. Mesopotamien) tagten angeblich 32 westsyrische Bischöfe um 170/180 (?) in Antiochia unter Vorsitz des dortigen Bischofs Theodorus. Es ging um die gnostischen "Kainiten", die dem Kain (und dem "Verräter" Judas) eine besondere Verehrung erwiesen. Sie sollen verurteilt worden sein mit Berufung auf Jes 5,20: “Wehe denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die Finsternis zu Licht machen und Licht zu Finsternis, (die Bitteres süß und Süßes bitter machen)”. Zweifel ergeben sich einmal wegen der in den übrigen Quellen unbekannten synodalen Verurteilung der Kainiten: Iren. adv.haer. 1,31,1f; Tertull. praesc.haer. 33,10; - de bapt.1,2; Clemens, strom. 7,108,2; Hippol. refut. 8,20,3; Ps-Tertull. adv.omn.haer. 2,5f; Orig. c.Cels. 3,13. Zum anderen erweckt auch der Name des Bischofs Zweifel, der in der Liste der antiochenischen Bischöfe bei Euseb nicht auftaucht. Insofern hat die Vermutung von Fischer / Lumpe eine gewisse Plausibilität, es könnte Theophilus v. Antiochien, der um 186 starb, gemeint sein. Obwohl somit vieles zweifelhaft bleibt, spricht allerdings nichts prinzipiell gegen eine solche Synode. 

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QQ: Praedestinatus 1,18 (PL 53, 592f).

Lit.: Schubert, H. v., Der sogenannte Praedestinatus 52; A. Faure, Die Widerlegung der Haeretiker im 1. Buch des Praedestinatus 19f; Fischer / Lumpe 101f.

 

Noethlichs, Karl-Leo 

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