Burkhard Roberg (1935-2021) verstorben

Am 12. Oktober 2021 ist in Bonn Prof. Dr. Burkhard Roberg im Alter von 86 Jahren verstorben, der dem Forschungsprojekt Konziliengeschichte in all den Jahren seiner wissenschaftlichen Tätigkeit eng verbunden war. Seit seiner Bonner Dissertation Die Union zwischen der griechischen und der lateinischen Kirche auf dem 2. Konzil von Lyon 1274 im Jahre 1963 hat er immer wieder diese Synode und das I. Konzil von Lyon von 1245 erforscht, wie die Monographie Das Zweite Konzil von Lyon (1274) in der Reihe Konziliengeschichte im Jahre 1990, die Edition zum Lugdunense II in den Conciliorum Oecumenicorum Generaliumque Decreta, Bd. II/1, 2013 und zahlreiche Veröffentlichungen im Annuarium Historiae Conciliorum sowie anderen Publikationsorganen zeigen. Seit dem konziliengeschichtlichen Symposion in Saloniki 1976 (auf dem Bild zweiter von rechts) hat er immer wieder, solange es ihm die Gesundheit erlaubte, die Ergebnisse seiner Forschungen auf den Tagungen der Gesellschaft für Konziliengeschichte vorgetragen. Der Kreis der Kolleginnen und Kollegen des Forschungsprojektes verliert mit Burkhard Roberg einen Freund und angesehenen Wissenschaftler, künftige Veröffentlichungen zu den Lyoner Synoden werden auf seinen Studien aufbauen.


Tagung zur Konziliengeschichte in Dresden, 30. September - 02. Oktober 2021

Konzilien und die Welt der Klöster

Die Internationale Gesellschaft für Konziliengeschichte hat in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle für Vergleichende Ordensgeschichte an der Universität Dresden und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften unter Leitung von PD Dr. Mirko Breitenstein und Prof. Dr. Dr. h.c. Gert Melville in der Zeit vom 30. September - 02. Oktober 2021 eine Tagung zur Konziliengeschichte mit dem Thema: "Konzilien und die Welt der Klöster" veranstaltet. Dabei wurde der großen Bedeutung des Mönchtums für die Konzilien des ersten Jahrtausends ebenso Rechnung getragen werden wie des Beitrags der Ordensgemeinschaften im zweiten Jahrtausend, wo auf den Synoden einzelne Mönche, aber auch innerhalb der Ordensgemeinschaften entstandene theologischen Schulen großen Einfluss auf Lehr- und Disziplinardekrete genommen haben. Zudem haben sich Konzilien aller Epochen der theologischen Fundierung und disziplinären Ordnung des Ordenslebens angenommen. Die Tagung war ursprünglich für den September 2020 vorgesehen, musste aber wegen der Coronavirus Krise um ein Jahr verschoben werden.

Anbei die Vorankündigung bei H/SOZ/KULT, das Programm und eine Bildergalerie.

 


Neue Einträge

Lexikon der Konzilien

Provinzialkonzil von Santiago de Compostela 1324 (12.-21. November)

Justo Fernández, Jaime


Neuerscheinungen zur Konziliengeschichte

Helmut Flachenecker (Hg.), Der Deutsche Orden auf dem Konstanzer Konzil. Pläne – Strategien – Erwartungen. VDG - Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften: Ilmtal-Weinstraße, 2020 (= Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens 84). 192 S. € 38,00. ISBN: 978-3-89739-944-0.

 

Inhalt: Andrzej Radziminski, Der Deutsche Orden in Europa am Vorabend des Konzils von Konstanz (1) – Paul Srodecki, Mediating Actors in the Conflict between the Teutonic Order and the Kingdom of Poland in the Early Fifteenth Century (15) – Premysl Bar, Eine (un) genutzte Gelegenheit? Die Polnisch-litauische Union und der Deutsche Orden auf dem Konstanzer Konzil (1414 - 1418) (35) – Mats Homann, Der Blick des Deutschen Ordens auf das Konstanzer Konzil. Die Briefe des Generalprokurators Peter von Wormditt und des Hochmeisters Michael Küchmeister (55) – Läszlö Pösän, Die politischen Bestrebungen und Ziele Polen-Litauens auf dem Konstanzer Konzil (89) – Bernhart Jähnig, Johannes von Wallenrode und das Konstanzer Konzil (107) – Slawomirjözwiak und Janusz Trupinda, Zur Topographie und Raumordnung der Ordensburg Königsberg als Sitz der Komture, Obersten Marschälle und Hochmeister im Licht der mittelalterlichen Schriftquellen (127) – Nicholas w. Youmans, Seelenheil und Ritterehre. Vorstellung eines Forschungsprojekts zur Identität des Deutschen Ordens im Spiegel seiner Symbolhandlungen (157) – Orts- und Personenverzeichnis (176)  
Ein Besprechung findet sich bei H-Soz-Kult.

Neue Einträge

Lexikon der Konzilien

Provinzialkonzil  von  Burgos  1898

José María Cerveró García


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Lexikon der Konzilien

Provinzialkonzil Santiago de Compostela 1313

Jaime Justo Fernández


Willi Henkel OMI (1930-2020)

Die Gesellschaft für Konziliengeschichtsforschung e.V. gedenkt eines kürzlich verstorbenen Freundes: Pater Willi Henkel, der in der Nacht zum 19. November 2020 im Alter von 90 Jahren an den Folgen einer COVID-19-Erkrankung verstorben ist. Er wurde am 17. Januar 1930 in Wittges bei Fulda geboren und trat 1951 im Kloster Maria Engelport in den Orden der Oblaten von Hünfeld ein. Nach seinem Studium in Rom erwarb er 1955 das Lizentiat in Philosophie und 1959 in Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana. Er wurde am 13. Juli 1958 zum Priester geweiht und kehrte nach Beendigung seines Studiums nach Deutschland zurück. Von Anfang an war sein Leben spirituell und intellektuell vom Missionsgedanken geprägt. Nach seiner Promotion in Missionswissenschaft an der Universität Münster mit einer Arbeit über die Theologie der Bekehrung nach John Henry Newman kehrte er nach Rom zurück und begann 1966 an der Seite von Pater Johannes Rommerskirchen und Pater Josef Metzler in der Redaktion der Missionsarchive "Bibliotheca Missionum" und "Bibliografia Missionaria" zu arbeiten. 1978 wurde er als Nachfolger von P. Rommerskirchen zum Direktor der Päpstlichen Missionsbibliothek der Kongregation für die Evangelisierung der Völker an der Piazza di Spagna und später der Bibliothek der Päpstlichen Universität Urbaniana ernannt, die seit 1980 in dem neuen Gebäude des der Urbaniana auf dem Monte Gianicolo untergebracht ist. Zusätzlich zu diesen Aufgaben war er ab 1973 Professor für Missionsgeschichte an derselben Universität und ab 1991 Konsultor der Kongregation für die Heiligsprechungsprozesse. Im Jahr 2000 trat er in den Ruhestand und kehrte nach Deutschland zurück, wo er die letzten Jahre seines Lebens in der Oblatengemeinschaft in Hünfeld verbrachte, wo er dann während der Pandemie verstorben ist. P. Henkel hinterlässt das Zeugnis eines vorbildlichen und arbeitsamen Lebens, das stets von christlicher Einfachheit und Demut geprägt war.